Glück gehabt! Wir haben Glück gehabt, unheimliches Glück! Es hat wirklich nicht viel gefehlt, und unser Leben wäre für immer ruiniert gewesen. Verpfuscht! Zum Glück haben wir noch mal Glück gehabt und sind nicht Minister geworden. Aber es war verdammt knapp. Jeden hätte es erwischen können, so wie Renate Schmidt und Manfred Stolpe. Beide hätten nie im Leben damit gerechnet, dass sie auf ihre alten Tage noch einmal Minister werden müssten. Fassungslos standen sie vor Mikrofonen und Kameras und wussten nicht, was sie machen sollten. Stolpe leistete sogar hartnäckig Widerstand, wie er das aus alten DDR-Zeiten gewohnt war, aber der Kanzler hat ihn trotzdem zum Minister ernannt. Pech gehabt! Schadenfreude ist nicht angebracht, wir könnten genauso gut an Stolpes Stelle sein und müssten uns dumme Sprüche anhören: "Guten Tag, Herr Superminister, wie geht's den Superkindern?" Wir ahnten gar nicht, in welcher Gefahr wir schwebten. Haben uns immer mit Namen gemeldet, wenn das Telefon klingelte. Dabei hätte Schröder dran sein können! Und dann wären wir jetzt Minister. Ausnahmslos jeden hätte es treffen können, die einzige Qualifikation, die verlangt wurde: Man musste blöd genug sein und ans Telefon gehen.